Auch in der Coronakrise haben zahlreiche Bürger eine Lebensversicherung neu abgeschlossen. Eine Lebensversicherungsart war dabei besonders beliebt.

Um eine bedarfsgerechte Altersvorsorge, Hinterbliebenen-Absicherung oder auch eine Vermögensbildung zu ermöglichen, gibt es unterschiedliche Lebensversicherungs-Arten. Auch in der Coronapandemie haben über drei Millionen Bürger diese Möglichkeiten genutzt und neue Lebensversicherungen abgeschlossen. Eine Variante wurde besonders häufig gewählt. Zudem wurden anteilig so wenig bestehende Policen gekündigt wie noch nie. Dies belegen Daten des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV).

Vielen ist bewusst, dass sie zusätzlich für das Alter vorsorgen müssen, um mindestens den bisherigen Lebensstandard zu halten. Andere wiederum möchten sich und ihre Angehörigen finanziell abgesichert wissen oder einfach nur Kapital ansparen. Für diese und andere Fälle bietet die Versicherungswirtschaft passende Lebensversicherungs-Arten an – und die Bürger nutzten diese Möglichkeiten der Altersvorsorge und Vermögensbildung.

Wie aus den aktuellen Daten des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) hervorgeht, bestanden Ende 2020 rund 82,03 Millionen Lebensversicherungs-Verträge. Allein knapp 4,65 Millionen Bürger haben letztes Jahr neue Lebensversicherung-Policen abgeschlossen.

Verschiedene Varianten

Die Versicherer bieten passend zu den Wünschen und Zielen ihrer Kunden unterschiedlichste Versicherungsarten an. Darunter fallen beispielsweise die klassische oder fondsgebundene Kapitallebens- oder Rentenversicherung sowie Mischformen mit Garantiezinsen.

Angeboten werden unter anderem auch Risikolebens-, Restschuld-, Invaliditäts- sowie Pflegerenten-Versicherungen sowie staatlich geförderte Rentenversicherungen wie Riester- oder Rürup-Rentenverträge.

Eine Lebens- oder auch Rentenversicherung zahlt je nach Vereinbarung dem Versicherten nach Vertragsablauf oder – sollte die versicherte Person vorher verstorben sein – den in der Police eingetragenen Bezugsberechtigten eine Monatsrente und/oder eine einmalige Kapitalauszahlung. Die Leistungshöhe setzt sich aus den eingezahlten Beiträgen, einer garantierten Verzinsung und den erwirtschafteten Überschüssen des gewählten Versicherers zusammen.

Höherer Garantiezins noch bis Ende 2021

Bei der klassischen Lebens- oder Rentenversicherung wird eine bestimmte Kapitalsumme und/oder monatliche lebenslange Rente garantiert. Aktuell liegt der garantierte Zinssatz, der im vom Bundesministerium der Finanzen (BMF) jährlich entsprechend der jeweiligen Finanzmarktentwicklung verbindlich festgelegt wird, bei einer ab 2017 bis Ende 2021 neu abgeschlossenen Police bei 0,9 Prozent. Bei Lebensversicherungs-Verträgen, die ab 2022 geschlossen werden, beträgt der Garantiezins 0,25 Prozent.

Der Garantiezins, der bei Vertragsabschluss bestand, gilt übrigens für die gesamte Laufzeit des Versicherungsvertrages. Das heißt, wer noch bis Ende 2021 eine Lebensversicherung abschließt, erhält bis zum Vertragsende 0,9 Prozent Garantiezins. Wer höhere Renditechancen wünscht, als es der gesetzliche Garantiezins zulässt, dem stehen speziell dafür passende Lebensversicherungs-Varianten zur Auswahl.

So wird bei einer fondsgebundenen Lebens- oder Rentenversicherung der Sparanteil in einem oder mehreren Investmentfonds angelegt, die der Kunde teils selbst mit auswählen kann. Der Versicherte wird laut GDV somit „an den Kursgewinnen, aber auch an den Kursverlusten der zugrunde liegenden Wertpapiere beteiligt“. Angeboten werden zudem Mischvarianten wie eine klassische Lebensversicherung mit einem reduzierten Garantiezins, eine fondsgebundene Rentenversicherung mit Beitragsgarantie oder eine fondsgebundene Lebens- oder Rentenversicherung ohne Garantie.

Rentenversicherungen sind besonders beliebt

Die beliebteste Lebensversicherungsart bei allen neu abgeschlossenen Policen waren letztes Jahr die Rentenversicherungen. Auf sie entfielen 46,9 Prozent aller Neuabschlüsse und damit fast 2,18 Millionen Rentenversicherungs-Verträge. Davon waren alleine 69,4 Prozent oder 1,51 Millionen Policen Mischvarianten mit Garantien. Deutlich zugenommen haben im Rahmen der Rentenversicherungen die fondsgebundenen Verträge, nämlich um 42,0 Prozent beziehungsweise um mehr als 317.000 neue Policen.

Fast jede fünfte neue Lebensversicherungs-Police, nämlich knapp 871.500 Verträge, war eine Restschuldversicherung. Diese übernimmt je nach Vertragsvereinbarung bei Tod, Krankheit, Arbeitsunfähigkeit und/oder Arbeitslosigkeit eines Kreditnehmers dessen ausstehende Restschuld und/oder zahlt vorübergehend die anfallenden Kreditraten weiter.

Jeweils knapp jeder zehnte neu abgeschlossene Lebensversicherungs-Vertrag war eine Invaliditäts-, eine Risiko- oder Kapital-Lebensversicherung. Welche Vorsorgestrategien für den Einzelnen entsprechend seinem Bedarf und seiner individuellen Ansprüche am sinnvollsten sind und welche Lebensversicherungs-Varianten hierzu infrage kommen, lässt sich bei einem Beratungsgespräch mit einem Versicherungsfachmann klären.

Noch nie wurden so wenig Lebensversicherungs-Policen gekündigt

Der GDV hebt besonders hervor, dass trotz der Coronakrise, die für viele auch eine finanzielle Herausforderung war, anteilig zum Gesamtbestand seit der Wiedervereinigung noch nie so wenig Policen von den Versicherungskunden gekündigt wurden wie in 2020. Die Stornoquote betrug letztes Jahr 2,55 Prozent, 2019 waren es noch 2,68 Prozent.

„Der Rückgang der Stornoquote ist vor dem Hintergrund der angespannten wirtschaftlichen Lage vieler Versicherter während der Pandemie besonders bemerkenswert“, betont Jörg Asmussen, GDV-Hauptgeschäftsführer. Er führt weiter aus: „Offenbar haben erfreulich viele Kund:innen bei vorübergehenden finanziellen Engpässen das Angebot einer befristeten Beitragsfreistellung oder -stundung genutzt. Das ist besonders wichtig bei Lebensversicherungen, die einen Schutz vor existenziellen Risiken wie beispielsweise einer Berufsunfähigkeit beinhalten.“

Wer über eine Kündigung einer bestehenden Lebensversicherung nachdenkt, sollte sich vorab von seinem Versicherungsvermittler beraten lassen, denn oftmals gibt es auch weitaus günstigere Lösungen. Denn bei einer Kündigung wird zwar ein sogenannter Rückkaufswert, sofern ein solcher vorhanden ist, kurzfristig an den Versicherungsnehmer ausbezahlt. Doch der finanzielle Verlust durch eine Kündigung vor dem Vertragsablauf ist hoch, da meist ein großer Teil der Rendite erst zum vertraglich vereinbarten Ablauftermin entsteht.

Quelle: (verpd)

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