Das Statistische Bundesamt hat aktuelle Daten dazu veröffentlicht, welche Berufsbilder bei der jungen Generation die Nase vorn haben.

Die Anzahl der Ausbildungsverträge und entsprechend auch die Zahl der Auszubildenden ist auch im vergangenen Jahr weiter zurückgegangen. Dies belegen aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes. Die meisten neuen Kontrakte gab es für „Kaufmann/-frau im Einzelhandel“. Allerdings gibt es geschlechterspezifische Unterschiede.

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Ausbildungsverhältnisse in Deutschland um rund drei Prozent auf deutlich unter 1,3 Millionen zurückgegangen. Dies geht aus kürzlich vom Statistischen Bundesamt (Destatis) veröffentlichten Daten hervor.

Nach einem zweijährigen positiven Trend war es bereits im Vorjahr wieder zu einem leichten Minus von knapp 0,2 Prozent gekommen. Zuvor hatte sich die Zahl acht Mal in Folge vermindert. Im Vergleich zu 2008 ist eine Verminderung von über einem Fünftel zu beobachten – damals gab es noch über 1,6 Millionen Ausbildungsverhältnisse.

Weniger neue Ausbildungsverhältnisse

Die Reduzierung ist insbesondere auf die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zurückzuführen. Diese ging gegenüber dem Vorjahr um über neun Prozent auf einen neuen Tiefststand von 465.700 zurück. Damit zeigt sich in 2020 nach Destatis-Angaben ein deutlicher Effekt der Coronakrise auf den Ausbildungsmarkt – noch nie seit Beginn der Statistik im Jahr 1977 habe es in einem Jahr weniger als 500.000 neue Auszubildende gegeben.

Letztmals über 600.000 neue Azubiverhältnisse wurden 2008 registriert. Seitdem hat sich die Zahl um fast ein Viertel reduziert. Zum Hintergrund erläutert das Statistikamt Folgendes: „Besonders deutlich gingen die Neuabschlüsse im Gast- und Verkehrsgewerbe zurück, also in sehr stark von den Corona-Maßnahmen betroffenen Branchen.“ Im handwerklichen Bereich habe es allerdings auch positive Entwicklungen gegeben.

Wie Destatis weiter mitteilte, verteilen sich die Neuabschlüsse zu knapp zwei Drittel auf männliche und zu gut einem Drittel auf weibliche Azubis. „Damit setzte sich der seit über zehn Jahren anhaltende Trend fort, dass Frauen immer seltener eine duale Ausbildung ergreifen. Im Jahr 2010 hatte der Frauenanteil noch bei 41,8 Prozent gelegen“, so das Amt. Im Detail nahm die Anzahl der Ausbildungsverträge mit Männern um neun Prozent auf 296.700 Personen ab, bei den Frauen sank die Zahl um zehn Prozent auf 168.700 Azubis.

Kaufmann/-frau im Einzelhandel häufigster Ausbildungsberuf 2020

Bei den neu abgeschlossenen Ausbildungskontrakten ist das Berufsbild „Kaufmann/-frau im Einzelhandel“ am häufigsten vertreten. Insgesamt nahmen im vergangenen Jahr 24.894 Personen eine Ausbildung in diesem Berufsbild auf. Dahinter folgen „Kaufmann/-frau für Büromanagement“ mit 22.938 sowie „Verkäufer/in“ mit 21.279 neuen Azubi-Verträgen. An 20. Stelle liegt der Ausbildungsberuf „Elektroniker/in für Betriebstechnik“ mit 6.327 neuen Kontrakten.

Ausbildungsberufe mit der höchsten Anzahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge in 2020

Ausbildungsberuf

Anzahl der neuen Ausbildungsverträge insgesamt

Anteil der neuen Ausbildungsverträge mit Frauen

Anteil der neuen Ausbildungsverträge mit Männern

Insgesamt

465.672

36,2 %

63,8 %

Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel

24.894

48,4 %

51,6 %

Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement

22.938

72,1 %

27,9 %

Verkäufer/in

21.279

49,7 %

50,3 %

Kraftfahrzeugmechatroniker/in

19.434

4,4 %

95,6 %

Medizinische(r) Fachangestellte(r)

15.750

96,6 %

3,4 %

Fachinformatiker/in

15.126

8,3 %

91,7 %

Industriekaufmann/-kauffrau

14.376

57,6 %

42,4 %

Elektroniker/in

13.770

2,5 %

97,5 %

Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik

13.161

1,6 %

98,4 %

Zahnmedizinische(r) Fachangestellte(r)

11.142

97,1 %

2,9 %

Kaufmann/Kauffrau für Groß- und Außenhandelsmanagement

10.833

39,2 %

60,8 %

Industriemechaniker/in

10.689

6,1 %

93,9 %

Fachkraft für Lagerlogistik

9.348

12,5 %

87,5 %

Bankkaufmann/-kauffrau

8.370

51,8 %

48,2 %

Tischler/in

7.791

15,4 %

84,6 %

Mechatroniker/in

7.653

6,5 %

93,5 %

Friseur/in

7.356

69,0 %

31,0 %

Verwaltungsfachangestellte(r)

6.753

71,2 %

28,8 %

Maler/in und Lackierer/in

6.375

16,2 %

83,8 %

Elektroniker/in für Betriebstechnik

6.327

5,0 %

95,0 %

Übrige Berufe

212.313

32,6 %

67,4 %

Insgesamt zeigt sich zudem, dass es immer noch zahlreiche Ausbildungsberufe gibt, die vorwiegend Männer oder Frauen bevorzugen. So waren nur rund vier Prozent der neuen Azubis im Beruf Kraftfahrzeug-Mechatroniker Frauen, dagegen waren von allen Neuazubis im Beruf Medizinischer Fachangestellter nur etwa drei Prozent Männer. Zudem gibt es zahlreiche Berufe, die bei den 20 häufigsten Ausbildungsverträgen der Frauen aufgelistet sind, nicht jedoch in der Gesamtliste und auch nicht in bei den Top 20 der Männer – und umgekehrt.

Bei den Frauen waren dies unter anderem die Berufe Tiermedizinische Fachangestellte, Immobilienkauffrau, Fachverkäuferin im Lebensmittelhandel und Augenoptikerin. Bei den Männern finden sich in den Top 20 dagegen Berufe wie Gärtner, Fachlagerist, Zimmerer und Koch, die weder bei den 20 meisten Ausbildungsverträgen der Frauen noch in den 20 häufigsten Ausbildungsverträgen von Männern und Frauen gelistet sind.

Damit Azubis richtig versichert sind

Wer eine Ausbildung beginnt, sollte sich zeitnah von einem Versicherungsfachmann beraten lassen, damit er mit dem Einstieg in das Berufsleben ausreichend abgesichert ist. Dieser Experte kann nämlich die jeweilige Situation analysieren und klären, wo eventuell noch Absicherungslücken bestehen oder noch Schutz durch eine kostenlose Mitversicherung bei den Eltern gegeben ist. Zwar sind in einigen bestehenden Versicherungsverträgen der Eltern Auszubildende, selbst wenn sie volljährig sind, kostenlos mitversichert – allerdings nur, solange bestimmte Kriterien erfüllt sind.

Und es gibt auch Bereiche, für die Auszubildende für einen umfassenden Schutz eigene Versicherungspolicen benötigen. Bereits für Auszubildende ist es beispielsweise wichtig, sich finanziell für den Fall abzusichern, dass sie aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalles nicht mehr ihrem angestrebten Beruf nachgehen und auch keinen Beruf mit gleichwertigen Verdienstmöglichkeiten ausüben können.

Für Personen, die nach dem 1. Januar 1961 geboren wurden, gibt es nämlich keine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente mehr. Und auch die sonstigen gesetzlichen Leistungen, zum Beispiel eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente, reichen in der Regel nicht, um ein Einkommen zu erreichen, das ohne Krankheit oder Unfall zu erwarten gewesen wäre. Die Versicherungswirtschaft bietet hier diverse Absicherungslösungen, zum Teil auch mit staatlicher Förderung in Form von Zulagen und Steuervergünstigungen an.

Quelle: (verpd)

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