Welche Erkrankungen am häufigsten zu einer Berufs- und Erwerbsunfähigkeit geführt haben, zeigt eine Datenerhebung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.

70 Prozent aller Berufs- und Erwerbsunfähigkeits-Fälle wurden 2016 insgesamt von drei Krankheits- oder Leidensarten verursacht. Die meisten Fälle, nämlich jeder dritte, waren auf psychische Erkrankungen und Nervenleiden zurückzuführen. Dies geht aus einer aktuell veröffentlichten Datenanalyse des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) hervor.

Schon seit 2001 gibt es von der gesetzlichen Rentenversicherung keine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente mehr für alle, die nach dem 1. Januar 1961 geboren sind. Betroffene Arbeitnehmer, die zwar erwerbsfähig sind, aber aufgrund eines Leidens ihren bisherigen Beruf nicht mehr ausüben können, haben somit keinen Anspruch auf eine entsprechende gesetzliche Rente.

Doch auch Arbeitnehmer, die erwerbsgemindert sind und einen Leistungsanspruch aus der gesetzlichen Renten- und/oder gesetzlichen Unfallversicherung haben, müssen üblicherweise mit erheblichen Einbußen im Vergleich zu ihrem Einkommen vor der Erwerbsminderung rechnen. Die meisten Selbstständigen, aber auch Hausfrauen und -männer sowie Kinder haben bis auf wenige Ausnahmen gar keinen Anspruch auf eine gesetzliche Erwerbsminderungs-Rente.

Private Absicherung notwendig

Die gesetzliche Absicherung im Falle einer krankheits- oder unfallbedingten Erwerbs- oder Berufsunfähigkeit reicht daher in der Regel nicht, um die dadurch eintretende dauerhafte Einkommensminderung auszugleichen. Allerdings ist eine Absicherung über eine private Berufsunfähigkeits-Versicherung, die es als selbstständige Police oder als Zusatzversicherung im Rahmen einer Lebensversicherung gibt, möglich. Viele haben sich bereits entsprechend abgesichert – rund 17 Millionen entsprechende Policen gab es in 2017.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) hat vor Kurzem eine neue Statistik zur privaten Berufs- und Erwerbsunfähigkeits-Versicherung veröffentlicht. Sie zeigt, welche Krankheits- und Leidensarten am häufigsten dazu führten, dass die Versicherten, die eine solche Police haben, eine entsprechende Versicherungsleistung aufgrund einer festgestellten Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit erhielten.

Die Daten basieren auf einer Umfrage unter den Versicherern, die etwa 80 Prozent des Marktes für Policen zur Absicherung der Folgen einer Berufsunfähigkeit (BU) repräsentieren.

Nervenkrankheiten sind häufigste Ursache

Nach aktuellen GDV-Angaben waren auch im Jahr 2016 Nervenkrankheiten die „häufigste Invaliditätsursache in der Berufsunfähigkeits-Versicherung“. Der Anteil hat im Vergleich zum Jahr zuvor um einen Prozentpunkt zugenommen und lag insgesamt bei 31 Prozent. Das heißt, fast jeder dritte Berufsunfähigkeitsfall (BU-Fall), für den der Betroffene eine Leistung aus der privaten Berufsunfähigkeits-Versicherung erhalten hat, war auf eine Nervenkrankheit zurückzuführen.

Knapp jeder vierte BU-Fall, konkret 24 Prozent, wurde durch eine Erkrankung des Skelett- und Bewegungsapparats verursacht. Auf Krebs und andere bösartige Geschwülste sowie sonstige Erkrankungen entfielen jeweils rund ein Siebtel der Fälle einer eingetretenen Berufsunfähigkeit. 70 Prozent der in 2016 neu eingetretenen BU-Fälle, für die eine private Berufsunfähigkeits-Versicherung Leistungen erbrachte, entfielen damit auf drei Leidensarten, nämlich Nervenkrankheiten, Erkrankung des Skelett- und Bewegungsapparats und Krebs sowie andere bösartige Neubildungen.

Unfälle waren für jeden elften BU-Fall ursächlich, Erkrankungen des Herzens und des Gefäßsystems für etwa jeden 14. Etwa jeder siebte BU-Fall wird durch diverse andere Leiden und Krankheiten verursacht. Während der Anteil im Vergleich zum Vorjahr bei den sonstigen Leiden sowie den Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparats um jeweils zwei Prozentpunkte gestiegen ist, sank der Anteil der Krebserkrankungen um zwei Prozentpunkte.

Quelle: (verpd)

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