Darf man barfuß Autofahren? Und wie ist es mit Flipflops, High Heels oder Gummistiefeln? Die Rechtslage ist eindeutig – man darf –, und dennoch erhöht das falsche Schuhwerk das Unfallrisiko.

Der Gesetzgeber macht keine genauen Vorschriften, mit welchen Schuhen man Auto fahren darf oder nicht – und auch darüber, ob man überhaupt Schuhe anhaben muss, äußert er sich nicht. Das heißt im Gegenzug: Es ist nicht verboten, mit Flipflops, Socken, High Heels, Gummistiefeln oder auch barfuß Auto zu fahren. Kommt es aber zu einem Unfall, wird es problematisch, denn unter Umständen kann dieses Verhalten dazu führen, dass der Fahrer bei einem Gerichtsverfahren eine Mitschuld erhält – mit den entsprechenden Konsequenzen.

Da der Gesetzgeber sich in der Straßenverkehrsordnung (StVO) nicht dazu äußert, ob und wenn ja, welche Schuhe beim Fahren getragen werden müssen, drohen weder ein Bußgeld oder Punkte, wenn man mit Flipflops oder barfuß fährt und dies beispielsweise im Rahmen einer allgemeinen Verkehrskontrolle von den Polizisten zur Kenntnis genommen wird. Dies hat das Oberlandesgericht Celle in einem Urteil (Az. 322S s46/07) bestätigt. Kommt es aber zu einem Unfall, kann dies anders aussehen, wie ein Urteil des Oberlandesgerichts Bamberg (AZ: 2 Ss OWi 577/06) belegt.

Wer ohne Schuhe fährt und dabei in einen Unfall verwickelt wird, kann eine Teilschuld bekommen, da nicht die erforderliche Sorgfalt an den Tag gelegt wurde. Das gilt beispielsweise dann, wenn der Unfall hätte verhindert werden können, wenn der Fahrer (andere) Schuhe getragen hätte. In diesem Fall droht ein Bußgeld. Wurden andere durch den Unfall verletzt, kann das auch strafrechtliche Konsequenzen haben.

Versicherungsrechtliche Folgen

Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) zahlt die Kfz-Haftpflichtversicherung unabhängig vom getragenen Schuhwerk den Schaden des Unfallgegners – also auch, wenn der Unfall durch die Schuhe des Autofahrers verursacht wurde. Das wäre beispielsweise der Fall, wenn dem Pkw-Fahrer die getragenen Flipflops vom Fuß rutschen und sich diese zwischen Gas- und Bremspedal verhaken und es deswegen zum Unfall kommt.

Wenn ein Kfz-Fahrer selbst einen Unfall grob fahrlässig verursacht, kann eine bestehende Vollkaskoversicherung unter Umständen den Schadenersatz für den Unfallschaden am eigenen Pkw ganz oder zum Teil verweigern. Nach Aussage des GDV bedeutet jedoch das Tragen bestimmter Schuhe beim Autofahren in den seltensten Fällen ein so schwerwiegendes Außer-Acht-Lassen der üblichen Sorgfalt, dass dies als grobe Fahrlässigkeit gewertet werden könnte. Die Kaskoversicherung kann den Sachverhalt jedoch im Einzelfall prüfen.

Diese Schuhe sind geeignet

Schuhe sind dann zum Autofahren geeignet, wenn diese rutschsicher sind, sodass sie nicht von den Pedalen abrutschen, und stabil genug, um einen guten Kraftschluss zwischen Fuß und Pedalen herzustellen. Alles, was sich in den Pedalen oder der Verkleidung verfangen könnte, wie zum Beispiel Schuhe mit Schleifen, ist ungeeignet, ebenso wie Schuhe, die so breit sind, dann man zwei Pedale auf einmal betätigt. Tipp: Ein Paar Sportschuhe im Kofferraum, die man im Notfall anziehen kann, sind hilfreich und am Ziel angekommen, kann man immer noch die Schuhe wechseln.

Übrigens: Berufskraftfahrer müssen, wenn sie beruflich fahren, ein geeignetes, den Fuß umschließendes Schuhwerk tragen (Paragraf 44 Absatz 2 Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) Vorschrift 70). Das müssen aber keine Arbeitsschuhe sein. Sandalen beispielsweise mit um die Ferse geführten Fersenriemen oder Straßen- oder Turnschuhe sind in diesem Zusammenhang ebenfalls zulässig.

Fahren im Badeklamotten und ohne alles

Beim Thema Schuhe ist es bereits angeklungen: Es gibt keine Bekleidungsvorschriften fürs Autofahren. Das bedeutet: Bikini oder Badehose sind kein Problem. Selbst wer völlig nackt fährt, bekommt mit der StVO keinen Ärger, wobei sichere Schuhe – wie bereits ausgeführt – in diesem Fall trotzdem zu empfehlen sind.

Allerdings kann es Ärger geben, wenn durch das Adams- oder Evakostüm eine Belästigung der Allgemeinheit besteht. Das ist nach Paragraf 118 OWiG (Ordnungswidrigkeiten-Gesetz) „Belästigung der Allgemeinheit“ eine Ordnungswidrigkeit und kann zu einer Geldstrafe führen. Wahrscheinlicher ist es aber, dass im Fall des Falles von der Polizei ein Platzverweis ausgesprochen wird, beispielsweise wenn man an einem öffentlichen Ort parkt.

Quelle: (verpd)

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