Die wenigsten Deutschen möchten bis zum 67. Geburtstag arbeiten. Viele sind aber auch davon überzeugt, dass dies schon alleine aus finanziellen Gründen nicht geht.

Gerne würden die Bürger früher, als es die gesetzliche Regelaltersgrenze vorsieht, in den Ruhestand gehen. Die einen wollen nicht, die anderen können nicht. Doch den meisten ist auch klar, dass ihre voraussichtlichen Alterseinkünfte einen frühen Renteneintritt nicht erlauben.

Die Mehrheit der Erwerbstätigen (53 Prozent) würde gerne den Ruhestand antreten, bevor sie das 63. Lebensjahr erreichen. Allerdings könnte das bei jedem Zweiten ein Traum bleiben, weil Rente und Ersparnisse nicht für einen vorgezogenen Abschied vom Arbeitsleben reichen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Online-Umfrage des Marktforschungs-Instituts Civey GmbH im Auftrag des Demografie Netzwerks e.V. unter 2.500 Arbeitnehmern vom 30. September bis zum 1. Oktober 2021.

Wenn es sich die Bürger frei aussuchen könnten, würde ein großer Teil, nämlich über 46 Prozent mit 61 oder noch früher in Rente gehen. Weitere knapp sieben Prozent würden maximal bis zum 62. Lebensjahr arbeiten wollen. Insgesamt sind das also rund 53 Prozent, deren gewünschtes Renteneintrittsalter unter 63 Jahren liegt. Bei den befragten 18- bis 29-Jährigen möchten sich sogar 60 Prozent bereits vor dem 61. Geburtstag zur Ruhe setzen.

Viele glauben, nicht bis zum 65. Lebensjahr arbeiten zu können

Grundsätzlich sind sogar fast drei Viertel der Befragten der Meinung, dass sie aus gesundheitlichen Gründen nicht bis 67 oder noch länger arbeiten können. Mehr als die Hälfte aller Umfrageteilnehmer (52 Prozent) ist der Ansicht, noch vor dem 65. Lebensjahr aufgrund körperlicher oder geistiger Gebrechen die Erwerbstätigkeit aufgeben zu müssen.

Je nach Berufsstand sind die Einschätzungen sogar noch dramatischer. So glauben 90 Prozent der Arbeiter nicht, dass sie körperlich dazu in der Lage sind, länger als bis zum 65. Lebensjahr zu arbeiten. Dagegen sind 25 Prozent der Akademiker überzeugt, bis 69 Jahre oder länger durchzuhalten.

Des Weiteren sind 75 Prozent der Arbeiter überzeugt, dass das Geld für einen früheren Renteneintritt nicht reichen wird, bei leitenden Angestellten (42 Prozent) und Beamten (30 Prozent) sind es dagegen deutlich weniger.

Rente mit 63 nur mit Abschlägen möglich

Aktuell gilt, wer 1964 oder später geboren ist, kann im Rahmen der Altersrente für langjährig Versicherte frühestens mit 63 Jahren in Rente gehen. Er muss dazu jedoch Rentenabschläge in Höhe von 14,4 Prozent in Kauf nehmen und bei Renteneintritt eine 35-jährige Mindestversicherungs-Zeit in der gesetzlichen Rentenversicherung (Wartezeit) vorweisen. Schwerbehinderte mit einem Behindertengrad ab 50, die ab 1964 geboren sind, können noch früher, nämlich mit dem 62. Lebensjahr im Rahmen der Altersrente für Schwerbehinderte in den Ruhestand gehen.

Auch sie benötigen dazu eine 35-jährige Wartezeit und ihnen wird ein Rentenabschlag von 10,8 Prozent von der Rente abgezogen. Eine abschlagsfreie Altersrente für Schwerbehinderte gibt es frühestens ab dem 65. Lebensjahr. Der Bezug einer abschlagsfreien Altersrente für besonders langjährig Versicherte ist ebenfalls mit 65 Jahren möglich, sofern man zum Rentenbeginn eine Wartezeit von 45 Jahren hat. Wer wenigstens fünf Jahre Wartezeit bei Renteneintritt vorweisen kann, erhält frühestens mit 67 Jahren eine reguläre Altersrente.

Doch egal ob mit oder ohne Abschläge, die Höhe der gesetzlichen Altersrente entspricht in der Regel nicht einmal der Hälfte des bisherigen Nettoeinkommens, wie die Daten zum Nettorentenniveau der Deutschen Rentenversicherung belegen. Wer also weder bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze arbeiten noch seinen bisherigen Lebensstandard im Rentenalter absenken will, sollte vorzeitig privat vorsorgen. Wie hoch die voraussichtliche gesetzliche Rente tatsächlich sein wird und welche Vorsorgelösungen für den individuellen Bedarf sinnvoll ist, kann ein Versicherungsexperten analysieren.

Quelle: (verpd)

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