Eine aktuelle Studie zeigt, wie sich durch die staatlich geförderte Altersvorsorge in Form der Riester-Rente das Armutsrisiko im Rentenalter minimieren lässt.

Die Zahl der von Armut bedrohten Rentner wird in den nächsten Jahrzehnten steigen. Zu dieser Erkenntnis kommt eine Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). Doch je mehr privat für ihr Alter vorsorgen, zum Beispiel mit einem staatlich geförderten Riester-Vertrag, desto niedriger ist das Altersarmutsrisiko.

Die aktuelle Studie „Altersarmut – heute und in der Zukunft“ des Deutschen Instituts für Altersvorsorge GmbH (DIA) basiert auf den Daten von 2013 einer regelmäßigen Befragung von mehr als 12.000 Privathaushalten, dem sogenannten sozio-ökonomischem Panel (SOEP). Eine Erkenntnis aus der Studie, die im Auftrag des DIA von der Empirica AG, einem Forschungs- und Beratungsinstitut, erstellt wurde, ist, dass das Altersarmutsrisiko bis zum Jahr 2030 voraussichtlich ansteigen wird.

Als von Armut bedroht gelten Personen, die in einem Haushalt leben, bei dem das Gesamtnettoeinkommen weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens (Median) aller Haushalte beträgt. 2013 lag diese Armutsschwelle für einen Alleinlebenden bei 1.189 Euro und bei einem Ehepaar bei 1.784 Euro monatlich. Eine private Altersvorsorge in Form eines Riester-Rentenvertrages könnte jedoch laut Studienautoren „einen erheblichen Beitrag zur Abmilderung der Altersarmut leisten“.

Welche Personengruppen besonders von Armut bedroht sind

Aktuell sei Altersarmut in Deutschland noch kein drängendes Problem, so eine Studienaussage. Zum Vergleich: Mit einem Anteil von 72,7 Prozent der Arbeitslosen und 42,7 Prozent der Alleinerziehenden sind diese Bevölkerungsgruppen häufiger von Armut bedroht als Rentner; hier liegt der Anteil bei 18,5 Prozent.

Ähnliches trifft nach Aussagen des DIA auch auf die absolute Armut zu, die mit dem Anteil der Empfänger einer Grundsicherungsleistung, also einer Sozialhilfeleistung wie Arbeitslosengeld II, auch Hartz 4 genannt, oder Grundsicherung im Alter, gemessen werden kann. Während insgesamt 8,4 Prozent aller in Deutschland Lebenden im Jahr 2015 eine Grundsicherungsleistung bezogen, galt dies nur für 3,4 Prozent der 65-Jährigen und Älteren.

Altersarmut in 2030 bei einem Nettorentenniveau von 43 Prozent …

In der Studie wurde zudem untersucht, welches Altersarmutsrisiko zu befürchten wäre, wenn die jetzigen Erwerbstätigen keine private Altersvorsorge treffen und auch die Lebensarbeitszeit im Vergleich zu heute nicht verlängert werden würde. Viele kürzere Lebensarbeitszeiten im Vergleich zu einem Erwerbstätigen, der zum Beispiel 45 Jahre lang arbeitet und in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, entstehen wegen Lücken im Berufsleben, zum Beispiel durch Kindererziehung, oder einem früheren Renteneintrittsalter.

Wenn das Nettorentenniveau vor Steuern von aktuell rund 47,9 Prozent bis 2030 auf 43 Prozent sinkt – erst wenn das Rentenniveau tiefer als 43 Prozent fällt, muss die Politik gegensteuern – würde in diesem Fall auch bei den Senioren das Altersarmutsrisiko auf einen Anteil von 23,8 Prozent steigen. Zudem würden dann etwa fünf Prozent der Rentner auf eine Grundsicherung im Alter angewiesen sein. Der Anteil der von Altersarmut Gefährdeten und von absoluter Altersarmut Betroffenen würde somit um ein knappes Drittel steigen.

… und bei 44,5 Prozent

Laut Studie waren 2013 3,1 Millionen Rentner altersarmutsgefährdet. 2030 würden es bei einem Rentenniveau von 43 Prozent und wegen der steigenden Anzahl an Rentnern – von 16,9 Millionen in 2013 auf 21,8 Millionen Rentner – dann 5,2 Millionen altersarmutsgefährdete Rentner sein. Bei der Grundsicherung wären statt 0,6 Millionen Rentner in 2013 dann 2,1 Millionen Rentner in 2030 auf eine solche Sozialhilfeleistung angewiesen.

Laut dem aktuellen Rentenversicherungs-Bericht der Bundesregierung wird jedoch davon ausgegangen, dass das Rentenniveau auf 44,5 Prozent bis zum Jahr 2030 fällt. Doch auch wenn das Rentenniveau nicht auf 43 Prozent, sondern nur auf 44,5 Prozent fällt, wird von der DIA-Studie ein Anstieg des Altersarmutsrisikos auf 22,1 Prozent und des Anteils der Rentner, die auf eine Grundsicherung angewiesen wären, auf 4,6 Prozent prognostiziert.

Mit steigender Altersarmut ist zu rechnen

Da mittlerweile jedoch bereits einige mit einem staatlich geförderten Riester-Vertrag für das Alter vorsorgen und manche länger arbeiten, bis sie in Rente gehen, wurde auch das Altersarmutsrisiko unter Berücksichtigung dieses Verhaltens, basierend auf Schätzungen der Jahre 2013 bis 2015, ermittelt. Demnach wird das Altersarmutsrisiko in 2030 auf 20,3 Prozent steigen. Zudem wird sich der Anteil der Rentner, die auf eine Grundsicherung angewiesen sind, auf 3,9 Prozent erhöhen.

Die Studie hat zudem ermittelt: Wenn jeder Erwerbstätige mit einem Riester-Vertrag vorsorgen würde, könnte die Armutsrisikoquote bei unveränderter Lebensarbeitszeit und bei 43 Prozent Rentenniveau sogar auf 17,7 Prozent und die der Grundsicherungsbezieher (Rentner) auf 3,5 Prozent reduziert werden. Wer seinen Lebensabend finanziell absichern will und sich die staatliche Förderung in Form von Zulagen und Steuervergünstigungen, die ein Riester-Vertrag bietet, nicht entgehen lassen möchte, kann sich vom Versicherungsvermittler entsprechend beraten lassen.

Quelle: (verpd)

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