Wer aufgrund finanzieller Schwierigkeiten seine monatliche Ausgabenlast senken möchte, sollte unter anderem seine Versicherungspolicen prüfen.

Es gibt einige Möglichkeiten, wie sich die monatliche Beitragslast bei bestehenden Versicherungspolicen minimieren lässt. In vielen Fällen ist dies auch möglich, ohne auf den notwendigen Versicherungsschutz komplett zu verzichten.

Wer finanzielle Sorgen hat, sollte unter anderem prüfen, wie sich vorhandene Fixkosten reduzieren lassen. Ein Augenmerk ist auch auf die bestehenden Versicherungspolicen zu richten. Die Kündigung eines Versicherungsvertrages und der Verzicht auf einen wichtigen Versicherungsschutz sind jedoch in den wenigsten Fällen ratsam und meist auch nicht notwendig.

Denn zur Ausgabenreduzierung ist je nach Versicherungspolice beispielsweise eine Beitragsstundung, eine Beitragsfreistellung, eine Änderung der Zahlweise, der Laufzeit und/oder des Versicherungsumfanges möglich – und zwar ohne den Versicherungsschutz zu verlieren.

Beitragsfreistellung oder -stundung

Bei den meisten Lebensversicherungen kann zum Beispiel die Beitragshöhe durch ein Herabsetzen der Versicherungssumme oder eine Verlängerung der Laufzeit bei gleichbleibender Versicherungssumme verringert werden. Oft ist sogar eine vorübergehende oder dauerhafte Beitragsfreistellung möglich. Bei der Beitragsfreistellung wie auch beim Absenken der Versicherungssumme reduziert sich jedoch anteilig die Ablauf- und/oder Todesfallsumme.

Manche Versicherer bieten jedoch auch eine Beitragsstundung für Versicherungsarten wie Lebens-, Berufsunfähigkeits-, Unfall- und private Krankenversicherungen an. Zahlt man als Kunde nach einer bestimmten vereinbarten Zeit die bisherigen Prämien nach und die laufenden Beiträge weiter, bleibt der Versicherungsschutz auch in Zeiten der Beitragsstunden wie bisher weiter bestehen.

Eine vereinbarte Selbstbeteiligung reduziert die Prämie

Eine weitere Möglichkeit, Prämien zu sparen, gibt es bei vielen privaten Kranken-, Rechtsschutz-, Privathaftpflicht-, Kfz-Teil- oder Vollkasko-, Hausrat- oder Gebäudeversicherungen. Denn in vielen dieser Policen kann eine Selbstbeteiligung im Schadenfall mit dem Versicherer vereinbart werden. Im Gegenzug zahlt man dann für die gleichen abgesicherten Risiken eine niedrigere Versicherungsprämie.

Ist bereits ein Selbstbehalt vereinbart, lässt sich dieser teils auch noch erhöhen, was ebenfalls die Prämie reduziert.

Versicherungsumfang verringern

Manche Versicherer bieten für bestimmte Versicherungsarten wie die Kfz- oder auch die private Krankenvollversicherung ihren Kunden eine vorübergehende Verringerung des Versicherungsumfangs mit gleichzeitiger Beitragsreduzierung an.

So könnte man zum Beispiel bei der Krankenvollversicherung auf einen sogenannten Basistarif wechseln, dessen Leistungen mit denen der gesetzlichen Krankenversicherung vergleichbar sind. Bei der Kfz-Versicherung wäre es möglich, beispielsweise die Kaskoversicherung auszuschließen, was die Prämie reduziert.

Die Police der aktuellen Situation anpassen

In einigen Fällen ist es auch aus Kostengründen sinnvoll, die Versicherungspolice der aktuellen Lage anzupassen. Bei vielen Firmenversicherungen wie bei so mancher Betriebshaftpflicht- oder Ertragsausfall-Versicherung hängt der Beitrag von der Anzahl der Mitarbeiter, der Lohnsumme oder auch dem Umsatz oder dem Gewinn ab.

Gibt es hier gravierende Änderungen im Vergleich zum Vorjahr, sind diese dem jeweiligen Versicherer mitzuteilen, damit die Versicherungsprämie entsprechend angepasst wird.

Auch bei Privatversicherungen können bestimmte Änderungen zur Prämienreduzierung führen. Wer beispielsweise bis Ende des Jahres deutlich weniger mit seinem Pkw fährt, als er bei der Kfz-Versicherung bei der Beantragung angegeben hat, sollte dies seinem Kfz-Versicherer melden.

Denn die Kfz-Versicherungsprämie hängt bei vielen Policen von der Kilometerleistung ab, die man mit einem Pkw in einem Kalenderjahr fährt. Je nach Kfz-Versicherer und Kfz-Police kann damit eine geringere Kilometerleistung auch zu einer niedrigeren Kfz-Versicherungsprämie führen.

Geänderte Zahlweise gegen kurzfristige Finanznöte

Oft genügt es auch bei zeitlich begrenzten finanziellen Problemen, die Zahlweise eines Versicherungsvertrages von jährlich auf vierteljährlich oder monatlich zu ändern.

Denn dadurch verteilt sich eine eigentlich zu einem bestimmten Zeitpunkt fällige Jahresprämie auf mehrere kleinere Beträge im gesamten Jahr.

Damit man die individuell beste Variante findet, um bei bestehenden Versicherungspolicen die Kosten zu minimieren, empfiehlt sich eine Beratung mit dem Vermittler oder Versicherer.

Quelle: (verpd)

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