Finanzielle Situation, Gesundheit oder Freunde – eine Studie hat untersucht, wie zufrieden die über 60-Jährigen in verschiedenen Bereichen sind. Die Frage dahinter war, ob Geld nicht vielleicht doch glücklich macht.

Menschen mit finanziellen Ressourcen sind im Alter zufriedener. Sie beurteilen nicht nur ihre wirtschaftliche Lage besser, sie sind besonders auch in den Bereichen Gesundheit, Freizeit und Partnerschaft glücklicher. Kaum Unterschiede gibt es demgegenüber bei der Bewertung von Freundschaften. Aufgeschlüsselt nach Wohneigentum und Miete zeigt sich, dass die über 60-Jährigen mit Immobilienbesitz zufriedener sind. Das sind die Ergebnisse einer Studie des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV).

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) hat in einer Studie herausgefunden, dass Geld im Alter zufriedener macht. Die Untersuchung wurde im Rahmen der Initiative des GDV „7 Jahre länger“ gemeinsam mit der Universität Leipzig und des Markt- und Sozialforschungs-Instituts Usuma GmbH durchgeführt.

Die Auswertung basiert auf einer repräsentativen Umfrage aus dem Jahr 2020. Die Zufriedenheit von über 60-Jährigen wurde in sieben Kategorien ermittelt: Freunde, Freizeit, Gesundheit, finanzielle Lage, Wohnsituation, Familie und Partnerschaft. Die Befragten hatten bei der Beantwortung der Fragen folgende Antwortabstufungen zur Auswahl: „Sehr zufrieden“, „ziemlich zufrieden“, „eher zufrieden“, „eher unzufrieden“ sowie „unzufrieden“.

Größter Unterschied bei der Bewertung der finanziellen Lage

Die größte Spanne zeigt sich bei der finanziellen Situation. Nur jeder Fünfte (20 Prozent) mit einem Pro-Kopf-Einkommen von unter 1.000 Euro monatlich ist mit seiner wirtschaftlichen Lage ziemlich oder sehr zufrieden. In der Einkommensgruppe mit mehr als 3.000 Euro liegt der Anteil der Befragten, die mindestens „ziemlich zufrieden“ sind, bei rund 80 Prozent.

Auch bei der Bewertung der Gesundheit ergibt sich ein deutlicher Unterschied. Während etwa nur 30 Prozent aus der untersten Einkommensgruppe mit ihrer Gesundheit ziemlich oder sehr zufrieden sind, sind es in der obersten fast 70 Prozent. Ähnlich ist das Bild bei den Kategorien Freizeit und Partnerschaft. Bei der Bewertung der Zufriedenheit im Bereich Freizeit waren rund 45 Prozent in der Einkommensgruppe bis 1.000 Euro mindestens ziemlich zufrieden, bei der Einkommensgruppe ab 3.000 Euro gaben das jedoch 75 Prozent an.

Auf dem Gebiet der Partnerschaft waren nur knapp 50 Prozent der unteren Einkommensgruppe ziemlich oder sehr zufrieden, bei der Gruppe mit einem monatlichen Haushaltseinkommen von über 3.000 Euro waren es dagegen 80 Prozent. Allerdings sind auch die Befragten mit Einkommen zwischen 1.000 und 3.000 Euro mit ihrer Beziehung nur durchschnittlich zufrieden (etwa 55 Prozent).

Kleinster Unterschied bei der Bewertung der Freundschaften

Weniger weit auseinander liegen die Zufriedenheitswerte in den Bereichen Familie und Wohnsituation. Die Spanne beträgt jeweils nur rund 20 Prozentpunkte. Auf dem Gebiet der Familie gaben bei der unteren Einkommensgruppe nicht ganz 65 Prozent, bei der mittleren Einkommensgruppe etwa 75 Prozent und bei der oberen Einkommensgruppe weniger als 85 Prozent an, ziemlich oder sehr zufrieden zu sein.

Im Bereich der Wohnsituation lag der Anteil mit dieser Einschätzung bei der unteren Einkommensgruppe bei unter 75 Prozent, bei der mittleren Einkommensgruppe bei etwas über 80 Prozent und bei der oberen Einkommensgruppe bei mehr als 90 Prozent. Besonders gering fällt sie beim Blick auf die Freunde aus. Hier liegen die Gruppen mit den beiden Höchstbewertungen maximal zehn Prozentpunkte auseinander, nämlich von etwas unter 70 Prozent bei der unteren, knapp über 75 Prozent bei der mittleren und fast 80 Prozent bei der oberen Einkommensgruppe

„Das Einkommen ist ein wesentlicher Faktor für das Glück im Alter. Der Einfluss reicht über die finanzielle Zufriedenheit hinaus“, bewertet Studienleiter Elmar Brähler, emeritierter Professor für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie an der Universität Leipzig, die Ergebnisse. Finanzielle Ressourcen würden die gesellschaftliche Teilhabe erleichtern, sei es durch die Nutzung von Kulturangeboten oder die Finanzierung von Urlauben und Hobbys. „Auch die Gesundheitsvorsorge über Zusatzleistungen ist einkommensabhängig“, so Brähler.

Wohneigentümer sind im Alter zufriedener als Mieter

Über alle Kategorien hinweg sind zudem die über 60-Jährigen mit Wohneigentum zufriedener als diejenigen, die zur Miete wohnen. So gaben rund 70 Prozent der Mieter, aber über 90 Prozent der Haus- oder Wohnungsinhaber an, mit der Wohnsituation ziemlich oder sehr zufrieden zu sein. Auch in allen anderen Bereichen wie Freunde, Freizeit, Gesundheit, Familie und Partnerschaft waren die Immobilienbesitzer deutlich zufriedener als die Mieter. Hier lag der Unterschied zwischen Mieter und Eigentümer jeweils bei zehn Prozent bis unter 20 Prozent.

Auf dem Gebiet der finanziellen Situation betrug der Unterschied sogar über 30 Prozent – knapp über 40 Prozent der Mieter waren mit ihren Finanzen mindestens ziemlich zufrieden, bei den Eigentümern waren es dagegen fast 75 Prozent. „Im Alter Wohneigentum zu haben, bedeutet eine finanzielle Entlastung“, sagt Brähler. Dies erhöhe den Spielraum für andere Dinge und wirke sich entsprechend positiv auf die Zufriedenheit aus. „Viele Weichen für ein zufriedenes und gesundes Leben im Alter werden früh gestellt“, kommentiert Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDV, die Studie.

So ließen sich unter anderem Versäumnisse bei der Altersvorsorge irgendwann nicht mehr kompensieren. Wer vorausschauend planen und beispielsweise Kapital ansparen und auch für Notfälle vorsorgen möchte, kann sich von einem Versicherungsfachmann beraten lassen. Die Versicherungswirtschaft bietet nicht nur Versicherungslösungen, damit zum Beispiel bei einer eintretenden Berufsunfähigkeit oder auch im Rentenalter eine Einkommenssicherung gewährleistet ist, sondern auch passende Anlagelösungen, um die gewünschten Sparziele zu erreichen.

Quelle: (verpd)

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