Es gibt Leiden, die häufiger zu einer Berufsunfähigkeit führen als andere, wie eine aktuelle Datenauswertung belegt.

Mehr als jede dritte Berufsunfähigkeit wird durch eine psychische Erkrankung oder ein Nervenleiden verursacht. Dieser Anteil nimmt seit Jahren zu. Zusammen mit den Krankheiten des Skelett- und Bewegungsapparates sind diese Ursachen für mehr als die Hälfte aller Berufsunfähigkeitsfälle verantwortlich.

Seit über 20 Jahren gibt es für die meisten keine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente mehr. Konkret gilt, wer nach dem 1. Januar 1961 geboren ist und aufgrund eines gesundheitlichen Leidens seinem erlernten oder zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr nachgehen kann, erhält, auch wenn er gesetzlich rentenversichert ist, keine derartige Rente.

Nur wer maximal bis zu sechs Stunden täglich irgendeiner Erwerbstätigkeit nachgehen kann – auch wenn diese schlechter bezahlt ist als die bisherige –, hat einen Anspruch auf eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente. Doch diese Leistung, sofern man sie aufgrund der notwendigen Voraussetzungen überhaupt erhält, liegt in der Regel weit unter dem bisherigen Einkommen.

Dass im Falle einer Berufsunfähigkeit hohe Einkommenseinbußen drohen, haben bereits viele erkannt und sich mit einer privaten Berufsunfähigkeits-Versicherung abgesichert. Jedes Jahr untersucht das Analyseunternehmen Morgen & Morgen GmbH, die häufigsten Ursachen, die bei diesen Versicherten zu einer Berufsunfähigkeit und damit zu entsprechenden Versicherungsleistungen führen.

Hauptgrund für eine Berufsunfähigkeit: Psychische Leiden

Laut dieser Datenauswertung waren psychische Leiden und Nervenerkrankungen wie Depressionen und Burnout mit einem Anteil von 33,5 Prozent die häufigste Ursache, warum Personen dauerhaft ihren Beruf nicht mehr ausüben konnten. Dieser Anteil steigt seit Jahren an. Während heute jeder dritte Berufsunfähigkeitsfall auf derartige Probleme zurückzuführen sind, war es 2010 noch weniger als jeder vierte.

Aktuell entfiel zudem jede fünfte Berufsunfähigkeit (20,1 Prozent) auf Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates. Vor zwölf Jahren lag der Anteil noch bei 24,4 Prozent und war damals der häufigste Grund dafür, dass ein Beruf krankheitsbedingt auf Dauer nicht mehr ausgeübt werden konnte.

Altersspezifische Unterschiede

Rang drei der häufigsten Auslöser sind mit einem Anteil von 17,4 Prozent bösartige Neubildungen wie Krebs. Gegenüber 2010 ist dieser Anteil um drei Prozentpunkte gestiegen. Weitere häufige Ursachen, warum eine Person den bisher ausgeübten Job aufgeben musste, sind Unfälle (7,8 Prozent) sowie Herz- und Gefäßerkrankungen (6,5 Prozent).

Allerdings ist der Anteil bei den bis 40-Jährigen, die wegen eines Unfalles berufsunfähig werden, mit über 13,6 Prozent fast doppelt so hoch, wie bei den anderen Personen im erwerbsfähigen Alter. Einen ebenfalls hohen altersspezifischen Unterschied gibt es bei den psychischen Leiden. Bei den 41- bis 50-Jährigen waren sie in 36,3 Prozent der Berufsunfähigkeitsfälle die Ursache, bei den ab 51-Jährigen lag der Anteil dagegen „nur“ bei 29,9 Prozent.

Quelle: (verpd)

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