Eine aktuelle Statistik zeigt, dass letztes Jahr die versicherten Sachschäden an und in Häusern sowie Betrieben durch Naturrisiken mit rund elf Milliarden Euro einen neuen Höchstwert erreichten. Sie verdeutlicht zudem, wie hoch der Schadenanteil durch die Flutkatastrophe im Juli 2021 war.

Das Jahr 2021 war das schlimmste Unwetterjahr der vergangenen zehn Jahre im Bereich Sachschäden in und an Gebäuden und Firmen. Der Schadenaufwand beträgt insgesamt rund elf Milliarden Euro. Allein Tief „Bernd“ hat im Juli letzten Jahres versicherte Schäden an Häusern, Hausrat und Betrieben in Höhe von 8,1 Milliarden Euro verursacht. Dies berichtet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. in seinem „Naturgefahrenreport 2022“.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) hat jüngst seinen „Naturgefahrenreport 2022“ veröffentlicht. Der Verband geht derzeit von einem Schadenaufwand von insgesamt elf Milliarden Euro aus, den die Sachversicherer wie die Wohngebäude-, Hausrat- und Firmenversicherer erstattet haben.

Eingerechnet sind hier die Aufwendungen der versicherten Schäden an Häusern, Hausrat, Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft. Die Auswirkungen durch Sturm und Hagel kosteten 1,8 Milliarden Euro, Zerstörungen durch weitere Naturgefahren wie Starkregen, Überschwemmung, Hochwasser, Erdrutsche und Lawinen 9,2 Milliarden Euro.

Demnach war 2021 das schlimmste Unwetterjahr der vergangenen zehn Jahre im Bereich Sachversicherungen. An die Rekordmarke reichen im Zeitraum von 1973 bis heute nur die Jahre 1990 (10,8 Milliarden Euro) und 2002 (10,3 Milliarden) heran.

Rekordzahl an Großschäden hat sich nochmals erhöht

Im Mittelpunkt des 60 Seiten umfassenden Reports steht unter anderem die Hochwasserkatastrophe durch Tief „Bernd“ vom Juli 2021 und die Frage: Wie wollen wir in Zukunft mit Naturkatastrophen umgehen? Neben Interviews und Berichten zu unterschiedlichen Aspekten des Themas enthält der Report Angaben zu den von „Bernd“ verursachten Schadensummen.

Das Extremwetterereignis verursachte die bisher höchste Summe an versicherten Schäden an Häusern, Hausrat und Betrieben in Höhe von 8,1 Milliarden Euro. Viele außergewöhnliche Schadenbilder wurden registriert.

Der Report meldet insgesamt 862 Großschäden im Wert von über einer Million Euro durch die Flutkatastrophe. Die gesamten Aufwendungen dafür liegen bei 2,1 Milliarden Euro. Vor einem Jahr war man noch von rund 400 Großschäden mit einer Gesamtsumme von 1,3 Milliarden Euro ausgegangen.

Im besonders betroffenen Landkreis Ahrweiler betrug der größte Schaden an einem Einfamilienhaus 960.000 Euro. Insgesamt zählten die Versicherer 2.187 versicherte Schäden an Einfamilienhäusern mit Aufwendungen in Höhe von 100.000 Euro oder mehr.

„Das ist das Achtfache der bisher bekannten versicherten hohen Schäden durch eine einzelne Naturgewalt. Zum Vergleich: Beim Juni-Hochwasser 2013 entstanden 270 solcher Schäden – die bisher höchste Zahl“, heißt es im Report.

173.000 Sachschäden durch ein Extremwetterereignis

Insgesamt wurden den Assekuranzen im Rahmen der Flutkatastrophe 173.000 versicherte Zerstörungen im Bereich Häuser, Hausrat, Gewerbe und Industrie gemeldet – davon allein 91.000 Schäden an Wohngebäuden. Dies entspreche einer mittleren Kleinstadt, wird berichtet.

Hinzu kamen Aufwendungen für 54.000 Schadenfälle im Bereich Hausrat, die 700 Millionen Euro kosteten. Der Schadendurchschnitt lag bei 13.000 Euro.

Erschreckend und ungewohnt seien auch die Schäden der Unternehmen gewesen, so die Urheber des Reports. Die Versicherer erfassten 28.000 versicherte Schäden, die mit 3,9 Milliarden Euro zu Buche schlugen. Der Durchschnittsschaden betrug 137.000 Euro.

„Berechnungen des GDV zeigen: Mit einer Wahrscheinlichkeit von zwei Prozent kann sich solch eine Katastrophe mit gleicher oder höherer Schadensumme jährlich wiederholen – irgendwo in Deutschland“, schreiben die Autoren des Reports.

Nicht jedes Haus und jeder Hausrat ist ausreichend abgesichert

Insbesondere die Schäden im letzten Jahr belegen, wie wichtig es auch für Privatpersonen ist, Elementarrisiken abzusichern.

Während jedoch fast alle Immobilien gegen Brand- und zumindest ein Großteil auch gegen Sturm- und Hagelschäden versichert sind, trifft dies bei den Elementarrisiken wie Starkregen, Überschwemmung, Hochwasser, Lawinen und Erdrutsch nur auf jedes zweite Haus zu.

Noch weniger haben ihren Hausrat gegen die zuletzt genannten Naturrisiken abgesichert, denn nicht einmal in jeder dritten bestehenden Hausratversicherung sind Elementarschäden mitversichert. Wer sichergehen will, dass er für sein Eigentum einen umfassenden Versicherungsschutz hat, sollte dies regelmäßig von einem Versicherungsexperten überprüfen und wenn nötig auch bedarfsgerecht anpassen lassen.

Quelle: (verpd)

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