Die Risikowahrnehmung von kleinen und mittleren Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren verändert, wie eine Umfrage belegt.

Seit vier Jahren fürchten sich kleine und mittelständische Firmen am meisten vor Cyberangriffen. Doch es gibt auch andere Risiken, die den Unternehmen Sorgen bereiten. Dies ergab eine Studie eines Versicherers.

Für eine aktuelle Studie zu kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) befragte das Marktforschungs- und Beratungsinstitut Heute und Morgen GmbH im Auftrag eines Versicherers online 1.000 Personen, die in ihrer Firma für das Thema Versicherungen (mit-)verantwortlich sind. Gefragt wurde nach den Risiken, die die Umfrageteilnehmer an meisten für ihr Unternehmen fürchten. Die Datenerhebung fand Anfang des Jahres noch vor dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine statt. Die KMU-Studie wird bereits seit 2010 jedes Jahr durchgeführt.

Am meisten sorgen sich die Befragten vor einem Cyberangriff, der ihren Betrieb lahmlegt. An zweiter Stelle der bedrohlichsten Risiken liegt der Betriebsausfall, knapp dahinter rangiert „menschliches Versagen“.

Bedrohung durch Cyberattacken wird stärker wahrgenommen

Wie die bisherigen Studien zeigen, ist das Bewusstsein der befragten KMUs für Cyberkriminalität in den vergangenen fünf Jahr kontinuierlich gestiegen. 2017 sahen nur 32 Prozent der Betriebe Attacken aus dem Netz als größtes Risiko für ihre Firma. 2019 waren es schon 43 Prozent. 2022 sind es 48 Prozent. Damit fürchten sich seit vier Jahren die Unternehmen vor Hackerangriffen am meisten.

Die Angst vor einem Betriebsausfall liegt aus unterschiedlichsten Gründen aktuell mit einem Anteil von 40 Prozent auf dem zweiten Platz des Sorgenrankings. Dahinter folgt mit 38 Prozent der Nennungen die Furcht vor menschlichem Versagen. Weitere häufig genannte Ängste, die zum Schaden eines Unternehmens führen können, sind Einbrüche (30 Prozent), der Ausfall von Zulieferern (29 Prozent) sowie Brände und Explosionen (28 Prozent).

Am stärksten stieg die Bewertung des Risikos von unterbrochenen Lieferketten beziehungsweise Ausfällen von Lieferanten. Im laufenden Jahr sorgen sich 29 Prozent der Betriebe vor diesem Fall am meisten; 2021 waren es nur 25 Prozent.

Schutz gegen diverse Unternehmensbedrohungen

Die Versicherungswirtschaft bietet diverse Absicherungslösungen gegen die unterschiedlichsten existenzbedrohenden Risiken an: von der Absicherung gegen Sachschäden durch Feuer und andere Gefahren mit einer Inhalts- oder auch Gebäudeversicherung bis hin zur Abdeckung von Umsatzausfällen infolge Sachschäden mittels einer Betriebsunterbrechungs-Versicherung. Weitere existenzielle Risiken lassen sich zudem mit einer Betriebs- und Vermögensschaden-Haftpflicht-, einer Maschinenbruch-, einer Elektronik- und/oder einer Firmenrechtsschutz-Versicherung abdecken.

Selbst die Gefahr, dass Kunden nicht zahlen, lässt sich mit einer Forderungsausfall-Versicherung absichern. Bei einigen Versicherern gibt es sogenannte Cyberversicherungen, die einen konkreten Versicherungsschutz gegen Cyberrisiken bieten. Damit lassen sich zahlreiche Kosten, die den betroffenen Firmen beispielsweise infolge eines Hacker- und Spionageangriffs entstehen, absichern.

Dazu zählen beispielsweise Ausgaben für die Wiederherstellung beschädigter oder zerstörter Daten oder Aufwendungen, um eine Betriebsunterbrechung aufgrund eines geglückten Hackerangriffs zu verhindern. Versicherbar sind aber auch mögliche Ausgaben, die für ein Krisenmanagement notwendig werden, nachdem Cyberkriminelle beispielsweise geklaute Daten unerlaubt veröffentlicht haben. Viele Versicherer bieten zudem unterstützende Maßnahmen im Schadenfall wie Assistance-Leistungen für die Datenwiederherstellung, für die Krisenberatung und eine 24-Stunden-Notfallhotline.

Quelle: (verpd)

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