Seit Jahren ist die Anzahl der Firmeninsolvenzen rückläufig. Seit 2022 ändert sich der Trend.

Von 2010 bis 2021 wurde die Anzahl der Unternehmenspleiten jedes Jahr niedriger, wie unter anderem ein aktueller Bericht einer Wirtschaftsauskunftei belegt. Doch letztes Jahr gab es erstmals wieder seit 2009 einen Anstieg. Wie Betriebe vorsorgen können, dass sie nicht durch möglicherweise zahlungsunfähige Kunden selbst in eine finanzielle Schieflage geraten.

Nach einer aktuellen Datenanalyse der Wirtschaftsauskunftei Verband der Vereine Creditreform e.V., war hierzulande seit 2010 bis 2021 die Anzahl der jährlichen Unternehmensinsolvenzen rückläufig. Während jedoch zwischen 2010 bis 2019 der Rückgang pro Jahr zwischen 2,6 und 9,1 Prozent lag, waren es in 2020 und 2021 sogar 14,8 Prozent und 11,9 Prozent. 2009 gab es noch 32.930 Firmenpleiten, 2021 waren es nur noch 14.130, der bisher niedrigste Wert.

In 2022 ist eine Trendwende zu verzeichnen. Letztes Jahr hatten 14.700 Unternehmen ein Insolvenzverfahren und damit vier Prozent mehr als noch im Vorjahr.

Durch Krisen in die Pleite

Der laut Experten noch moderate Anstieg ist unter anderem den vielen teils zeitgleichen aktuellen Krisen geschuldet. „Die anhaltende Inflation, die steigenden Zinsen und Energiekosten sowie eine zunehmend verschärfte Wettbewerbssituation gehen bei vielen Unternehmen an die Substanz“, erklärt diesbezüglich Patrik Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung.

Ähnlich äußert sich auch der Vorsitzende der Kommission Kreditversicherung im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) Thomas Langen.

Er betont: „Wir spüren die toxischen Effekte gleichzeitiger Krisen: Der Ukraine-Krieg, die hohe Inflation und die pandemiebedingt immer noch angespannten globalen Lieferketten führen dazu, dass das Wachstum in Deutschland schwächelt und die Zahlungsmoral sinkt. In Teilen der Wirtschaft deutet sich ein regelrechter Überlebenskampf entlang der Lieferketten an.“

Und auch künftig rechnen Experten wieder mit steigenden Insolvenzfällen. „Wir halten einen Anstieg von 15 bis 20 Prozent für wahrscheinlich. Dann würde die Zahl von derzeit rund 14.000 auf 16.100 bis 16.800 Insolvenzen steigen“, so Langen. Nach Angaben des GDV sei das jedoch „keine Insolvenzwelle, sondern eine Normalisierung nach Jahren mit ungewöhnlich wenigen Insolvenzen“.

Betriebliche Maßnahmen gegen Forderungsausfälle

Hat eine Firma einen Großkunden oder mehrere kleine Auftraggeber, die Pleite gehen, kann dies auch für das betreffende Unternehmen zu unbezahlten Forderungen und damit zu finanziellen Problemen führen. Selbst bei einer gut gehenden Firma kann sich durch hohe Zahlungsausfälle die Bonität verschlechtern.

Ein Unternehmen sollte daher Sicherungsmaßnahmen treffen, um Forderungsausfällen vorzubeugen. Vor der Auftragsannahme kann beispielsweise die Bonität des möglichen Kunden bei einschlägigen Anbietern überprüft werden.

Ein genaues Debitorenmanagement ermöglicht zudem, dass Zahlungsverzögerungen rasch erkannt werden, um umgehend reagieren zu können. Eine Garantie gegen Zahlungsausfälle ist dies jedoch nicht.

Schutz gegen zahlungsunfähige Kunden

Das Risiko, dass das eigene Unternehmen wegen säumiger Zahler in finanzielle Schwierigkeiten gerät, kann durch eine Forderungsausfall-Versicherung beziehungsweise Warenkredit-Versicherung gemindert werden. Sie springt ein, wenn berechtigte und nachweisliche Forderungen aus Warenlieferungen sowie aus Werk- und Dienstleistungen in einem bestimmten Zeitraum nicht bezahlt wurden.

Die Forderungsausfall-Versicherung erspart dem Unternehmen dabei den oftmals erfolglosen Gang zum Anwalt oder zum Inkassobüro. Um es gar nicht zum Schaden kommen zu lassen, werden je nach Vertragsvereinbarung durch den Versicherer Kreditprüfungs- und Überwachungsaufgaben übernommen.

Sollte es dennoch zu Forderungsausfällen kommen, werden diese abzüglich einer vereinbarten Selbstbeteiligung vom Versicherer erstattet. Die Forderungsausfall-Versicherung wird für fast jede Branche und jede Firmengröße angeboten. Mehr Informationen dazu gibt es beim Versicherungsfachmann.

Quelle: (verpd)

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