Eine Studie zur digitalen Sicherheitslage von Verbrauchern in Deutschland zeigt auf, mit welchen Cyberattacken die Verbraucher letztes Jahr am häufigsten zu kämpfen hatten.

Im Rahmen einer repräsentativen Umfrage wurde die digitale Sicherheitslage für die Verbraucher in Deutschland untersucht. Zwar gab einen leichten Rückgang hinsichtlich der von den Befragten festgestellten Sicherheitsvorfälle, allerdings ist der Anteil derjenigen, die wichtige Cyberschutzmaßnahmen nicht beachten, gestiegen – und das, obwohl den meisten diese Maßnahmen bekannt sind. An der Art der fünf häufigsten Cyberattacken hat sich zudem im Vergleich zum Vorjahr nichts geändert.

Seit 2014 untersucht der Verein Deutschland sicher im Netz e.V., der unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums des Innern und für Heimat steht, jedes Jahr, wie es um die digitale Sicherheitslage der Verbraucher in Deutschland bestellt ist. Für die aktuelle Studie „DsiNSicherheitsIndex 2021“ wurden letztes Jahr 2.000 Internetnutzer im Alter ab 16 Jahren vom Markt- und Meinungsforschungs-Institut Kantar befragt.

Das Ergebnis: Nachdem sich die Sicherheitslage von 2018 bis 2020 verbessert hat, gab es 2021 eine leichte Verschlechterung. Dennoch bleibe die Sicherheitslage trotz steigender Internetnutzung stabil, so die Studienautoren. Ein Grund für die geringfügige Verschlechterung der Sicherheitslage ist, dass immer mehr Onlineuser Sicherheitsmaßnahmen nicht beachten, obwohl das Wissen der Verbraucher rund um das Thema Internetsicherheit laut aktueller Umfrage einen Höchstwert erreicht hat.

Mehr als jeder Dritte von Phishing-Attacken betroffen

Unter anderem wird für die Studie abgefragt, wie viele Umfrageteilnehmer von Cyberattacken selbst betroffen sind, aber auch inwieweit sie die entsprechenden Sicherheitsschutz-Maßnahmen kennen und auch anwenden. Die aktuelle Befragung hat ergeben, dass der Anteil derjenigen, die Sicherheitsvorfälle registriert haben, von 36,8 Prozent auf 35,1 Prozent leicht gesunken ist. Die fünf häufigsten Arten der Cyberattacken haben sich gegenüber dem Vorjahr nicht geändert.

An der Spitze der von den Befragten festgestellten IT-Sicherheitsvorfälle stehen Phishing-Attacken. 31,7 Prozent der Umfrageteilnehmer waren davon selbst betroffen – im Vorjahr lag der Wert noch bei 28,8 Prozent. Die zweithäufigste festgestellte Art der Cyberangriffe ist der Erhalt von infizierten E-Mails, Anhängen und Weblinks mit einem Anteil von 21,2 Prozent (Vorjahr 23,2 Prozent). Mehr als jeder Neunte, nämlich 11,4 Prozent (Vorjahr 10,7 Prozent), berichtete, selbst von Betrügereien beim Onlinekauf oder bei Onlinebuchungen betroffen gewesen zu sein.

Jeder elfte Umfrageteilnehmer (9,1 Prozent) war von Mobbing, Belästigungen oder Rufschädigung per Internet betroffen; der Anteil ist gegenüber dem Vorjahr, damals waren es 9,2 Prozent, fast gleich hoch geblieben. Rückläufig war auch die fünfthäufigste aufgeführte Art der Cyberattacken, die die Befragten selbst erlebt hatten. Rund 8,7 Prozent gaben in der aktuellen Studie an, dass ihre Zugangsdaten zu Onlineplattformen ausgespäht wurden, in der Umfrage des Vorjahres waren es noch 9,6 Prozent.

Vernachlässigter Schutz trotz hoher Sicherheitskompetenz

Die Studie hat zudem ergeben, dass die Sicherheitskompetenz, also das Wissen rund um die Schutzmaßnahmen gegen Cyberattacken, auf einen neuen Höchstwert gestiegen ist. So sind 90,1 Prozent der Befragten die IT-Sicherheitsmaßnahmen bekannt. Zugleich vernachlässigen jedoch immer mehr diese IT-Schutzmaßnahmen. Während 2020 noch 51,2 Prozent angaben, wichtige Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, waren es ein Jahr später nur noch 47,9 Prozent.

„Insgesamt hat sich der Indexwert für das Sicherheitsverhalten um drei Punkte verschlechtert – er erreicht den niedrigsten Wert seit der Studienerhebung“, erklärt Dr. Michael Littger, Geschäftsführer von DsiN. So prüft laut DsiN nur jeder Zweite die Zugriffsrechte seiner Apps, nur jeder Dritte nutzt Passwortmanager (31 Prozent) und nur jeder vierte Internetnutzer (27,1 Prozent) verschlüsselt die eigene Festplatte.

Im Vergleich zur Studie des Vorjahres ist der Anteil derer, die die Sicherheits-Einstellungen des Internet-Browsers seltener verwenden, obwohl sie die Schutzmaßnahmen kennen, um 7,0 Prozentpunkte gefallen. Auch der Anteil der Internetnutzer, die die Bluetooth- oder W-LAN-Funktion ihres Endgerätes für die Zeit deaktivieren, in der sie diese kabellose Verbindungsarten nicht nutzen, ist um 5,0 Prozentpunkte gefallen.

Absicherung vor den Folgen einer erlittenen Cyberattacke

Um nicht selbst materielle oder auch immaterielle Schäden durch erlittene Cyberattacken zu erleiden, sollte jeder Internetuser die wichtigsten IT-Sicherheitsmaßnahmen auch umsetzen. Umfassende Empfehlungen, wie sich Verbraucher vor Cyberkriminellen schützen können, gibt es in den Webauftritten des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der DsiN.

Darüber hinaus können sich auch Privatpersonen gegen zahlreiche mögliche Folgen eines erlittenen Cyberangriffs in manchen Hausrat-, Privathaftpflicht- und Rechtsschutz-Policen oder über separate Cyberversicherungen absichern.

Je nach vereinbartem Versicherungsumfang erhält man beispielsweise einen Schadenersatz oder sonstige Hilfen wie die Kostenübernahme von Rechtsanwälten oder anderen Spezialisten, wenn man Opfer eines Onlinebetrugs, eines Datendiebstahls oder von Cybermobbing wurde. Auf Wunsch berät ein Versicherungsvermittler, welcher Versicherungsschutz im Detail möglich ist.

Quelle: (verpd)

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