Mindestens vier von fünf Bürgern kaufen mittlerweile online ein. Experten erklären, worauf man achten sollte, um beim Einkaufen im Internet nicht betrogen zu werden, denn bei Weitem nicht jedes Onlineangebot und nicht jeder Onlineshop ist seriös.

Das Einkaufen über das Internet ist für die meisten hierzulande mittlerweile so normal wie der Gang in ein Geschäft. Doch wer beim Onlineshopping zu sorglos ist, kann schnell betrogen werden. Wichtig ist es daher, die gängigsten Betrugsmaschen von Cyberkriminellen zu kennen und zu wissen, wie man sich davor schützen kann.

Folgenden Zahlen verdeutlichen die Beliebtheit von Onlineshopping: Laut einer vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten repräsentativen Umfrage, kauften letztes Jahr rund 82 Prozent der 16- bis 74-jährigen Internetnutzer online ein. Nach einer Studie des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (BEVH) verzeichnete der Onlinehandel letztes Jahr gegenüber dem Vorjahr ein Umsatzplus von 19 Prozent.

Der entsprechende Bruttoumsatz lag 2021 in Deutschland bei rund 99,1 Milliarden Euro. Doch auch wenn in diesem Jahr unter anderem aufgrund der hohen Inflation die Kauflaune der Verbraucher online etwas nachgelassen hat, rechnet der BEVH damit, dass die Umsätze deutlich über dem Jahr 2019, also dem Jahr vor Beginn der Coronapandemie, liegen werden.

Doch mehr als jeder zweite Internetuser, konkret 52 Prozent, fühlt sich bei der Internetnutzung nach einer Umfrage des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom) unsicher. Und das aus gutem Grund, denn die Betrugsgefahren auch beim Onlineshopping sind vielfältig.

Wie man Fake-Shops erkennt

Unter anderem gibt es immer mehr professionell aussehende Fake-Shops, mit denen Betrüger Geld vom Käufer kassieren, die Ware aber nicht liefern oder persönliche Daten wie Konto- und Kreditkarten des Onlineshoppers für kriminelle Machenschaften ausspähen.

Laut Experten lassen sich an folgenden Merkmalen oftmals unseriöse Onlineshops erkennen:

  • Im Webauftritt sind kein oder nur ein unvollständiges Impressum und/oder keine Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu finden. Verdächtig ist auch, wenn zu der im Impressum angegebenen Firma keine sonstigen Informationen bei einer Internetrecherche zu finden sind.
  • Es wird keine verschlüsselte Datenübertragung angeboten – erkennbar, wenn am Anfang der Webadresse im Browser das Schlosssymbol und die Buchstabenkombination „https://“ fehlt.
  • Beim Anklicken der auf der Website des Shoppingportals verwendeten seriösen Gütesiegel, wie Trusted Shops, TÜV oder EHI, die auf einen vertrauenswürdigen Shop hindeuten, gelangt man nicht zum Zertifikat des Siegelausstellers.
  • Bei der Bestellung ist nur eine Bezahlung per Vorkasse möglich, obwohl im Webauftritt mehrere Zahlungsvarianten angegeben waren.
  • Im Internet findet man vermehrt negative Bewertungen beziehungsweise Erfahrungsberichte zum Webshop.

Zudem sollte man misstrauisch werden, wenn beispielsweise mit besonders niedrigen Preisen für ein Produkt geworben wird, warnen die Experten der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes.

Zum Teil geben die Betrüger auch Lieferengpässe vor, damit der Geschädigte nicht mehr rechtzeitig seine getätigten Überweisungen zurückholen kann. Und selbst der Kauf auf Rechnung ist keine Garantie, denn manche Betrüger verschicken minderwertige Ware zu stark überhöhten Preisen.

Expertentipps aus erster Hand

Weitere Tipps, wie man sich vor Betrug beim Onlineshopping schützt, enthält unter anderem der Internetauftritt der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes sowie das Webportal des Vereins Deutschland sicher im Netz e.V. (DsiN). Das Webportal des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) beschreibt umfassend die Merkmale von seriösen Onlineshops und welche Bezahlmethoden beim Onlinehandel die sichersten sind.

Auch die downloadbare SOS-Notfallkarte, gemeinsam herausgegeben vom BSI und dem Verbraucherzentrale Bundesverband, verdeutlicht, wie man Fake-Shops erkennt. Zudem wird erklärt, wie sich das eigene Benutzerkonto (Account), das man bei einem seriösen Onlineshop für den Onlinekauf bereits eingerichtet hat, schützen lässt und was zu tun ist, wenn die online bestellte Ware nicht geliefert wird.

Die Verbraucherzentrale bietet zudem einen Fakeshop-Finder an. Nach der Eingabe der Webadresse des zu prüfenden Onlineshops, kontrolliert das Onlinetool die Website auf Fakeshop-Merkmale und zeigt dem Nutzer das Prüfergebnis an.

Prinzipiell empfiehlt es sich, regelmäßig seine Bankkontoauszüge und die Kreditkarten-Abrechnungen zu kontrollierten, um zu Unrecht getätigte Abbuchung rechtzeitig zu entdecken, und sie dann mit Hilfe der Bank – wenn möglich – rückgängig zu machen. Übrigens, einige Versicherer bieten die Möglichkeit, sich im Rahmen einer Privathaftpflicht-, Hausrat- und/oder Rechtsschutz-Versicherung gegen diverse Schäden, die man trotz aller Vorsicht durch Cyberkriminelle erleiden kann, abzusichern.

Quelle: (verpd)

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