Rund drei Viertel der Internetnutzer wurden letztes Jahr Opfer von Cyberkriminellen. Dies ergab eine Umfrage, die auch verdeutlicht, auf welcher Art und Weise sie geschädigt wurden.

Eine Umfrage des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom) belegt, dass letztes Jahr 75 Prozent der Internetnutzer von Cyberkriminalität wie Datendiebstahl, Onlinemobbing oder Onlinebetrug betroffen waren. Doch nur wenige wenden sich an die Polizei.

Hacker, Viren, Würmer, Trojaner, Phishing, Abofallen, gefälschte Onlineshops – das Risiko für Internetnutzer, Opfer eines Cyberangriffs zu werden ist nicht nur vielfältig, sondern auch hoch. Dies bestätigt unter anderem eine jährliche, repräsentative Umfrage des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom) unter rund 1.000 Internetusern.

Rund 75 Prozent der Befragten gaben an, letztes Jahr mindestens einmal Opfer eines Cyberkriminellen gewesen zu sein. Drei Prozent machten dazu keine Angaben und nur 22 Prozent waren überzeugt, dass sie 2022 nicht von Cybercrime betroffen waren.

2021 lag dieser Anteil noch bei 23 Prozent und 2019 sogar bei 40 Prozent. 2019 hatten dagegen „nur“ 55 Prozent angegeben, binnen eines Jahres durch kriminelle Vorfälle im Internet in irgendeiner Weise geschädigt worden zu sein.

Die gängigsten Cybercrimearten und -schädigungen

Die Bitkom-Umfrage verdeutlicht zudem die gängigsten Cybercrimearten und -schädigungen. Am häufigsten, nämlich bei fast jedem Zweiten, konkret bei 46 Prozent, wurden persönliche Daten ungefragt an Dritte weitergeleitet. 29 Prozent waren ein Betrugsopfer, beispielsweise beim Online-Einkauf, aber auch beim Online-Banking. Allein bei 13 Prozent gab es einen Missbrauch bezüglich ihrer Kontodaten.

Mehr als jeder vierte Onlinenutzer (27 Prozent) hatte damit zu kämpfen, dass sein Computer mit Schadprogrammen wie Viren oder Trojaner infiziert war. Doch nicht nur PC und Laptop sind die Angriffsziele, bei etwa 17 Prozent war letztes Jahr das Smartphone von solchen Cyberattacken betroffen. Ransomware-Angriffe fanden sogar häufiger auf Smartphones (zwei Prozent) als auf Computern (ein Prozent) statt.

Besonders häufig, nämlich bei neun Prozent der Umfrageteilnehmer, wurden Zugangsdaten zu Online-Diensten ausspioniert. Jeder 33.te, nämlich drei Prozent der Befragten, stellte einen Identitätsdiebstahl fest, das heißt, ein anderer verwendete online seinen Namen.

Doch nicht nur Datenklau und finanzielle Betrügereien sind im Netz zu finden, sondern auch andere Straftaten. Laut Umfrage wurden 23 Prozent der Onlineuser im Internet massiv beleidigt oder in sonstiger Form angegriffen. Unter anderem wurden neun Prozent sexuell belästigt – bei den Frauen lag der Anteil hier mit 13 Prozent deutlich höher als bei den Männern mit sechs Prozent.

Präventionsmaßnahmen zum Schutz vor Cyberkriminelle

„Wer sich im Internet bewegt, muss damit rechnen, auf Cyberkriminelle zu treffen. Deshalb ist es wichtig, dass alle entsprechende Sicherheitsmaßnahmen treffen – das reicht von der Verwendung sicherer Passwörter über die Installation von Virenschutzsoftware bis zur sparsamen Weitergabe persönlicher Informationen“, erklärt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Er führt weiter aus: „Aber auch gesunder Menschenverstand hilft gegen Cyberkriminelle. Wie in der analogen Welt gilt auch im Digitalen: Sind Angebote zum Beispiel von Online-Shops einfach zu gut, um wahr zu sein, sollte man die Finger weglassen. Und wer online von entfernten Verwandten oder Bekannten um Geld gebeten wird, sollte prüfen, ob es sich dabei wirklich um die vorgeblichen Personen handelt.“

Tipps, wie sich Internetnutzer vor Cyberkriminellen schützen können, enthalten Webportale des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), des gemeinnützigen Bündnisses Deutschland sicher im Netz e.V. und der Polizei.

Nur jedes fünfte Opfer stellte eine Strafanzeige

Übrigens, nur wenige der Betroffenen haben sich letztes Jahr gegen die Cybertäter offiziell gewehrt. Rund ein Drittel (32 Prozent) hat nichts unternommen. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Opfer gaben an, sich über die Tat mit anderen Privatpersonen wie Freunden ausgetauscht zu haben. Etwa sechs Prozent haben die Vorfälle darüber hinaus anderweitig publik gemacht, beispielsweise in sozialen Netzwerken.

Fast jeder Zweite (47 Prozent) hat sich laut Bitkom außerdem „an das Unternehmen gewandt, das in Zusammenhang mit der kriminellen Aktivität stand, etwa die Social-Media-Plattform, die Bank oder der E-Mail-Anbieter. 18 Prozent haben ihren Account bei dem betreffenden Unternehmen gelöscht oder gekündigt“.

Nur jedes fünfte Cybercrime-Opfer (18 Prozent) hat den Vorfall bei der Polizei angezeigt. „Wer Opfer eine Straftat wird, sollte sie anzeigen. Häufig ist das auch online möglich“, betont Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Nur so kann offiziell nach den Tätern gefahndet werden, um auch andere vor diesen Kriminellen zu schützen.

Zudem wandten sich neun Prozent an sonstige Behörden, wie an das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI). Nur ein Prozent der Cyberopfer ist zum Anwalt gegangen, um sich gegen die Tat zu wehren.

Versicherungsschutz gegen Cyberkriminelle

Für Privatpersonen besteht übrigens in manchen Hausrat-, Privathaftpflicht- und Rechtsschutz-Policen zum Teil optional oder auch über separate Cyberversicherungen die Möglichkeit, sich gegen bestimmte Schäden durch Cyberkriminalität abzusichern.

So gibt es je nach vereinbartem Versicherungsumfang Schadenersatz oder sonstige Hilfen, wie die Kostenübernahme von Rechtsanwälten oder anderen notwendigen Spezialisten, wenn der Versicherte beispielsweise Opfer eines Onlinebetrugs, eines Datendiebstahls oder von Cybermobbing wurde.

Der Versicherungsvermittler berät auf Wunsch im Detail, wie man sich umfassend gegen die Folgen von Cyberkriminalität absichern kann.

Quelle: (verpd)

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